HDE kritisiert neue Corona-Regeln für den Handel

Stefan Genth
Stefan Genth - Bild: HDE

Bund und Länder haben gestern neue Corona-Regeln für den Einzelhandel beschlossenen. Für Läden mit einer Verkaufsfläche bis zu 800 Quadratmetern bleibt die derzeit geltende Zehn-Quadratmeter-Regelung pro Kunde bestehen, für die Quadratmeter darüber hinaus sind nun jeweils 20 Quadratmeter pro Kunde vorgeschrieben. Der HDE sieht die neuen Regelungen kritisch.

Unterschiedliche Regelungen kontraproduktiv

Der Handelsverband Deutschland (HDE) bezeichnet die neuen Regelungen als kontraproduktiv. „Es gibt keinen sachlichen Grund, unterschiedliche Regelungen für Verkaufsflächen über und unter 800 Quadratmetern zu erlassen. Die Hygienekonzepte im Einzelhandel haben sich sowohl in kleinen wie auch in den größeren Räumlichkeiten von Geschäften, Supermärkten, Kaufhäusern und Einkaufszentren bewährt. Die neue Regelung könnte auch kontraproduktiv sein, wenn sich Warteschlangen vor den Geschäften und in den Innenstädten bilden“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Eine solche Regelung stünde auch juristisch auf unsicherem Boden. Das zeigten laut HDE die Erfahrungen nach Ende des ersten Lockdowns, als zunächst nur Händler mit weniger als 800 Quadratmetern öffnen durften. Diese Regelung wurde anschließend von Gerichten infrage gestellt.

Die neue Regelung sei zwar besser als eine ursprünglich vorgesehene, generelle Zugangsbegrenzung von einem Kunden pro 25 Quadratmetern. Nach Ansicht des HDE wäre es jedoch besser, die bereits den gesamten November geltende Vorgabe von zehn Quadratmetern Verkaufsfläche pro Kunde für alle Einzelhändler durchgängig beizubehalten. Das stelle auch die Einhaltung der vom Robert Koch-Institut empfohlenen Abstandsregelung sicher.

HDE befürchtet Warteschlangen im Advent

Der HDE sieht bei der beschlossenen Neuregelung zudem einige Risiken: „Mit dieser Regelung werden wir Warteschlangen vor den Supermärkten, Modegeschäften und Kaufhäusern erleben. Das schafft neue Gelegenheiten für Ansteckungen“, ergänzt Stefan Genth. Überdies verstärkten die anstehenden Kunden dann das Gefühl bei den Verbrauchern, die Waren könnten knapp werden. Die Konsequenz könnten erneut verstärkte Hamsterkäufe im Lebensmittelhandel sein.

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