HDE prognostiziert weitgehend stabiles Weihnachtsgeschäft

Stefan Genth. Foto: HDE
Stefan Genth

Trotz historisch schwieriger Rahmenbedingungen rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem weitgehend stabilen Weihnachtsgeschäft. Für die letzten beiden Monate des Jahres geht der Verband von einem nominalen Umsatzplus von 5,4 Prozent aus. Preisbereinigt ergibt sich ein Minus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Erstmals wird auch der Online-Handel nach zwei starken Pandemiejahren einen realen Umsatzrückgang zu verzeichnen haben. Das Umsatzniveau bleibt hier laut HDE aber deutlich über den Vorkrisenwerten.

„Sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Kundinnen und Kunden herrscht angesichts der schwierigen Lage mit enormen Energiepreissteigerungen große Verunsicherung. Die hohe Inflation und die schlechte Verbraucherstimmung senden eigentlich keine guten Vorzeichen für das Weihnachtsgeschäft. Die Kundinnen und Kunden sind aber trotz allem entschlossen, in Geschenke zu investieren“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Mit Blick auf die aktuelle Stimmung geben 70 Prozent der vom HDE befragten 500 Unternehmen an, mit einem im Vergleich zum Vorjahr schlechteren Weihnachtsgeschäft zu rechnen. Und auch auf der Kundenseite zeigt sich die Verbraucherstimmung im HDE-Konsumbarometer (siehe unten) nur geringfügig über dem Niveau des jüngsten Allzeittiefs. Gleichzeitig ergab eine repräsentative HDE-Umfrage unter mehr als 2.000 Personen, dass fast ein Fünftel der Befragten plant, mehr als 300 Euro für Weihnachtsgeschenke auszugeben – im Vergleich zum Vorjahr wollen insgesamt mehr als 40 Prozent die Höhe ihrer Ausgaben für Geschenke zum Jahresende stabil halten.

Verbesserung der Verbraucherstimmung

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Bild: HDE

Nach mehrmonatigem Negativtrend mit immer neuen Allzeittiefs verbessert sich die Verbraucherstimmung im November leicht. Wie das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt, legt der Index im Vergleich zum Vormonat geringfügig zu. Allerdings befindet sich das Konsumbarometer weiterhin auf einem niedrigen Niveau.

Zum Weihnachtsgeschäft steigt jedoch die Anschaffungsneigung der Verbraucher. Zwar verbleibt sie auf niedrigem Niveau, doch die zum Teil nachlassende Konsumzurückhaltung erlaubt einen etwas optimistischeren Blick auf die Vorweihnachtszeit.

Noch kein Optimismus

Ebenso sind die Einkommenserwartungen gestiegen, was vermutlich auch an den von der Bundesregierung angekündigten Entlastungsmaßnahmen liegt, die die hohen Gas- und Stromkosten abfedern sollen. Auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich erstmals seit fünf Monaten leicht. Einen Dämpfer erhält der Konsum von einer etwas höheren Sparneigung. Obwohl die kontinuierliche Eintrübung der  Verbraucherstimmung zunächst ein Ende gefunden hat, ist noch kein Optimismus zu beobachten. Vielmehr bleibt die Stimmung unter Verbrauchern trotz leichter Verbesserung recht schlecht. Die steigenden Lebenshaltungskosten werden weiterhin mit Sorge betrachtet.

Ob die Kaufzurückhaltung zum Weihnachtsgeschäft anhält, werden die kommenden Wochen zeigen. Sollte die bislang ausgebliebene Rezession in den bevorstehenden Quartalen einsetzen, ist eine erneute Abschwächung des Konsums zu erwarten.

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen.

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