GfK: Umsätze an Black Friday und Singles’ Day übertreffen Weihnachtsgeschäft

GfK Studie
Foto: GfK/Pixabay

Das Saisongeschäft verschiebt sich immer mehr in den November hinein. Nach Angaben der GfK übertreffen die Umsätze, die in der Black-Friday-Woche generiert werden, bereits die des Weihnachtsgeschäfts. Das gilt sowohl für Deutschland, als auch andere europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien oder Polen.

Am heutigen 11. November ist außerdem der Singles’ Day (an dem Media-Saturn eine Rabattaktion fährt). Dieser Verkaufstag stammt ursprünglich aus China und hat sich dort mittlerweile zum wichtigsten Shopping Event des Jahres etabliert. Laut Gfk generiert der Singles’ Day im Vergleich zu einer gewöhnlichen Woche das Dreifache an Umsätzen.

Black Friday am 29. November

Der Black Friday fällt in diesem Jahr auf den 29. November. An diesem Tag erhalten nicht nur viele Verbraucher ihr Gehalt, der Black Friday liegt auch nur dreieinhalb Wochen vor Weihnachten. Ein gut gewähltes Datum also. GfK geht davon aus, dass die Umsatzerlöse dieses Jahr die bisherigen Rekorde übertreffen werden.

„Weltweit etablierte Promotion-Wochen“

Norbert Herzog. Foto: GfK

„Sowohl Black Friday als auch Singles’ Day sind für den Handel weltweit etablierte Promotion-Wochen. Unsere Studien belegen, dass Verbraucher unabhängig davon, wo sie leben, immer für gute Angebote zu haben sind, solange diese auch wirklich einen Mehrwert liefern – also eine ehrliche Preisreduktion darstellen“, sagt Norbert Herzog (Bild), GfK-Experte im Bereich Retail. „Beide Ereignisse zahlen auf den Wunsch der Verbraucher ein, sich gute Angebote nicht entgehen zu lassen und hochwertigere Markenartikel zum bestmöglichen Preis zu ergattern.“

Händler sollten „Anzahl der Angebote reduzieren“

„Außerdem sind die Verbraucher weltweit stets auf der Suche nach Möglichkeiten, ihr Leben einfacher zu gestalten“, ergänzt Norbert Herzog. „Laut unserer GfK Studie Future Buy stimmen 42 Prozent der Verbraucher in Europa und 65 Prozent in der Region Asien-Pazifik der Aussage zu, dass es in vielen Kategorien einfach zu viel Auswahl gibt. Einen echten Mehrwert können Händler bieten, indem sie die Anzahl der Angebote reduzieren und so Verbrauchern helfen, diesen November ihre gewünschten Produkte einfacher zu finden und zu kaufen.“

Verbraucher informieren sich gründlich vor dem Kauf

Laut der GfK Studie Future Buy geben fast die Hälfte der Verbraucher in Europa (45 Prozent) an, dass sie heute häufiger Preise vergleichen als noch vor einem Jahr. Die Tatsache, dass das Shopping Event Black Friday in der Vergangenheit in einigen Märkten negativ in den Medien dargestellt wurde, habe dazu geführt, dass viele Verbraucher Angebote, Preisnachlässe und Werbeaktionen mit Vorsicht genießen und noch mehr Zeit darauf verwenden, vor dem Kauf zunächst Preise zu vergleichen.

Wichtig: die Gewinnspannen im Blick behalten 

Die GfK rät Händlern außerdem, die Gewinnspannen nicht zu verlieren und den für sie wichtigsten Verkaufszeitraum des Jahres, das sogenannte „goldene Quartal“, nicht negativ zu belasten. Da der Black Friday mit dem Weihnachtsumsatz konkurriert und diesen oft bereits übertroffen hat, setzen viele Hersteller und Händler laut GfK nun auf Premium-Produkte: „Verbraucher werden ermutigt, eher gehobenere Modelle zu kaufen, als sich für die günstigsten Produkte im Angebot zu entscheiden.“

Gestiegene Verkaufspreise in der Black-Friday-Woche

Wie das GfK Point of Sales Tracking herausfand, stiegen die durchschnittlichen Verkaufspreise im Jahr 2018 in ganz Europa an, das heißt das Umsatzwachstum übertraf das Volumenwachstum deutlich. So wurden hierzulande während der Black-Friday-Woche 2018 in den Bereichen Technik und Gebrauchsgüter vor allem Produkte aus höheren Preiskategorien gekauft. Im Vergleich zur Vorwoche entsprach das einem Anstieg beim Umsatzvolumen um bis zu 65 Prozent. Diese Entwicklung war vor allem bei Smartphones und Fernsehern zu beobachten.

Hohe Kaufbereitschaft

Daten von GfK Online Behavior zeigen, wie sich Konsumenten in Deutschland von der ersten Produktsuche bis zum Kauf durchs Netz bewegen. Im Black-Friday-Zeitraum können sich Produktansichten auf E-Commerce-Seiten für Marken mit Top-Angeboten, wie zum Beispiel im deutschen Kopfhörer-Markt, gegenüber der Vorwoche sogar mehr als verdreifachen. Doch nicht nur das Interesse steigt, auch die Kaufbereitschaft ist hoch. „Mit den richtigen Angeboten können Premium-Marken sogar mehr Produktinteressierte zu Käufern machen als in anderen Wochen“, so die Nürnberger Marktforscher.

Wunsch nach hochwertigen Produkten

Auch die GfK-Studie GfK Consumer Life bestätigt, dass Verbraucher vermehrt nach hochwertigen Produkten verlangen. Dieses Jahr gaben 47 Prozent der Verbraucher an, dass es für sie wichtig sei, sich regelmäßig etwas zu gönnen und sich zu verwöhnen. Zudem möchte ungefähr die Hälfte (49 Prozent) lieber weniger, dafür aber qualitativ hochwertigere Artikel besitzen. 45 Prozent der Befragten sagen, dass sie nur Artikel von vertrauten Marken kaufen.

gfk.com/de

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