Oral-B-Interview: Zahnfleischentzündungen gefährden Mundgesundheit

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Prof. Dr. Ralf Rössler Foto: Oral-B

 

Man hört, dass immer mehr Konsumenten mit sensiblen Zähnen und empfindlichem Zahnfleisch zu kämpfen haben. Wie kommt es zu dieser Entwicklung?
Ralf Rössler: Rund 52 Prozent der Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren und sogar jeder fünfte der 65- bis 74-Jährigen leiden an Zahnfleischentzündungen und unter Zahnfleischbluten. Auch empfindliche Zähne, meist hervorgerufen durch freiliegende Zahnhälse, stellen ein häufiges Problem dar und sind oft schmerzhaft für die Betroffenen.

Allein die Tatsache, dass der Prozentsatz der Erkrankungen so hoch ist, lässt Rückschlüsse auf eine nicht ausreichende bzw. mangelnde Mundhygiene der Betroffenen zu. Erschreckend ist zudem , dass die Mehrzahl es normal findet, wenn ihr Zahnfleisch ab und an blutet. Das erlebe ich auch in meiner Praxis leider immer wieder.

Was sind die Ursachen?
Rössler: Beim täglichen Zähneputzen werden schwer zugängliche Stellen nicht immer gereinigt – besonders die Zahnzwischenräume werden gerne übersehen oder sind schwer zu erreichen. Doch genau dort können sich Bakterien ausbreiten und in die Tiefe vordringen. Bakterien in dem empfindlichen Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch können eine Entzündung (Gingivitis) hervorrufen, die zum bekannten Zahnfleischbluten führt. Durch eine gründliche Mundhygienekann Gingivitis allerdings wieder geheilt werden. Am besten hilft es, zweimal am Tag mit einer elektrischen Bürste zu putzen, die mit einer oszillierend-rotierenden Bewegung arbeitet.

Wird die Zahnfleischentzündung jedoch nicht beseitigt, kann sie in einen chronischen Zustand übergehen. Dieser ist als Parodontitis bekannt und wird oft fälschlicherweise auch als „Parodontose“ bezeichnet. Hier beschränkt sich die Entzündung nun nicht mehr nur auf das Zahnfleisch. Sie erstreckt sich auf den gesamten Zahnhalteapparat. Dies führt zu einem Abbau des Knochens sowie zur Lockerung und im schlimmsten Fall zum Verlust der Zähne.

Was sind typische Symptome?

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Foto: Oral-B

Rössler: Freiliegende Zahnhälse spürt der Patient oft anhand einer schmerzhaften Überempfindlichkeit gegen heiße oder kalte Reize, wie sie beim Essen von Eis oder Trinken heißer Getränke vorkommt. Oft empfinden Patienten auch süße oder saure Speisen und Getränke als unangenehm. Sie putzen dann wiederrum aus Angst vor erneutem Schmerz nicht mehr gründlich ihre Zähne oder steigen sogar auf eine Handzahnbürste um. Aus Angst vor dem Schmerz und umso das empfindliche Zahnfleisch vermeintlich besser zu schützen.

Allerdings sind gerade Zahnbürsten mit einer oszillierend-rotierenden Technologie in diesem Fall die bessere Wahl, da diese 100 Prozent mehr Plaque als eine herkömmliche Handzahnbürste entfernen. Durch spezielle Putzmodi ist die Zahnbürste auf empfindliche Zähne oder Zahnfleischmassage abgestimmt sind, eine optimale und schonende Mundhygiene gewährleisten.

Sind Handzahnbürsten bei Zahnfleischproblemen besser bzw. sanfter für den
Konsumenten?
Rössler: Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Patienten mit derartigen Problemen Handzahnbürsten für deutlich sanfter als elektrische Zahnbürsten halten. Wer empfindliche Zähne hat, sollte die tägliche Mundpflege auf keinen Fall vernachlässigen. Zahnbürsten, die mit einer oszillierendrotierenden Bewegung arbeiten, entfernen kurzfristig und langfristig mehr Zahnbelag (Plaque) und reduzieren Zahnfleischentzündung effektiver als Handzahnbürsten.

Auch bieten elektrische Zahnbürsten eine große Auswahl an Aufsteckbürsten, die für unterschiedliche Bedürfnisse geeignet sind. So gibt es beispielsweise Aufsteckbürsten mit Polierkelch zur Zahnaufhellung, Bürstenköpfe mit einer Mischung aus unterschiedlichen Borstenlängen für die gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume oder Aufsteckbürsten mit harten oder weichen Borsten.

Was kann man selbst gegen Zahnfleischprobleme tun?
Rössler: Bei empfindlichen Zähnen und sensiblem Zahnfleisch sorgt ein Bürstenkopf mit unterschiedlich dicken Borsten für eine sanfte und zugleich gründliche Reinigung. Feine Borsten am Außenrand „streicheln“ sanft den Zahnfleischrand. Gleichzeitig während mittig angeordnete, abgerundete Borsten für eine besonders gründliche Reinigung der Zahnoberflächen sorgen. Von Zahnarztinstrumenten inspiriert, umschließt ein blumenförmigen Bürstenkopf sanft jeden Zahn und passt sich seiner jeweiligen Form an. Eine weitere nützliche Funktion ist eine integrierte Andruckkontrolle die den Nutzer visuell daran erinnert, wenn er beim Putzen zu viel  Druck ausübt, um das Zahnfleisch zu schützen.

Auch die Zahnpflege-App hilft weiter, da genau analysiert werden kann, wo es noch weitere Pflege bedarf. Und keine Angst, die Daten werden nicht vernetzt. Die App ist eher eine Hilfe bei der Selbstkontrolle. Außerdem ist es natürlich wichtig, regelmäßig zum Check-up beim Zahnarzt zu gehen, um sicherzustellen, dass man keine krankhaften Veränderungen an den Zähnen oder am Zahnfleisch übersieht und Warnzeichen außer Acht lässt. Wer zwei Mal im Jahr seine Zähne noch zusätzlich professionell reinigen lässt, sollte keine Probleme mit gesunden Zähnen bis ins hohe Alter haben.

www.oralb-blendamed.de

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